Zeremonialmedizin

Zeremonien, ein wirkungsvoller Weg zur Selbstentfaltung

Zeremonien gibt es weltweit, in allen spirituellen Richtungen, in allen Religionen als wichtige, integrierte Bestandteile der Praxis, des Seelenheils, der Initiation, sowie der Erschaffung von Räumen und Verbundenheit. Hier in diesem Artikel geht es um schamanische Zeremonien beziehungsweise um schamanische Zeremonialmedizin.

Kurz vor ihrem Tod sagte die Toltekische Heilerin und Schamanin Elena Clara Sanjes:* "Zeremonien nähren nicht nur die Menschen, die sie ausführen. Zeremonien sind spirituelle Nahrung für die Wesen, Welten und Elemente, die uns umgeben. Es ist der Ruf der Erde, der Geister und die unbewusste Sehnsucht nach Befreiung in allen Menschen, dass Schamanismus mit seinen Zeremonien wieder erwacht und zu einem der wichtigen Impulse wird, welche die menschliche Evolution beflügeln."

Schon lange sind schamanische Praktiken wieder fester Bestandteil der spirituellen Community. Inzwischen gibt es weltweit Schulen, Institute und Verbände, die sich ausführlich mit Schamanismus beschäftigen. Allein die große Menge an Büchern zu diesem Thema zeigt, wie groß das Interesse an einem „etwas anderem und vor allem tiefgreifenderem Weg“ ist.
Zu lange schon wurden vom materialistisch, rationalistischen Weltbild Rausch und Ekstase ausgegrenzt, Mystisches Naturerleben pathologisiert und die Hinwendung zu anderen Wahrnehmungsformen als unvernünftig verurteilt und in die Zwangsjacke mechanistischer Rationalität gesteckt.

Der Ruf der Erde, von dem Elena Clara Sanjes spricht, der Ruf der Großen Mutter, von dem indianische Medizinleute sprechen und schreiben, das Neuerwachen der „ungekünstelten Künste“, wie es ein sibirischer Schamane nannte, der innere Wandel in den Herzen, im Bewusstsein der Menschen ist überlebenswichtig geworden. Schamanismus, Schamanentum ist eine der geeigneten Praktiken, nicht nur um der Selbstheilung willen, sondern um Verbundenheit wieder herzustellen. Verbundenheit, die notwendig ist zum Aufspüren der inneren Essenz, zum Erwachen.

Dabei macht es oft einen Unterschied, ob wir unsere Zeremonien innerhalb von Mauern, meist viereckigen Räumen, in Jurten/Tipis oder draußen in der freien Natur, in Wäldern, an Seen oder auf Bergen zelebrieren. Auch macht es einen Unterschied, ob wir die Bilder, die wir empfangen, ob wir die mystischen Erlebnisweisen in das Korsett bestimmter westlicher Psychologie schnallen oder ganz als ein Wurzelerleben, eine Rückverbindung zur Herstellung des natürlichen Gleichgewichtes und zur Harmonisierung von Leib, Seele und Geist – und Welt betrachten.
Auch macht es einen Unterschied, in welchem Bezugsrahmen, in welchen Kontext wir uns befinden.

Das beginnt mit ganz kleinen Handlungen. Das Entzünden einer Kerze, zum Beispiel und den Worten, die man dazu spricht. Räucherungen mit White Sage oder Beifuß. Das morgendliche Gebet, die Übungen, die Hinwendung zu den göttlichen Erscheinungsformen dieser Welt.

Es ist hinlänglich bekannt, dass Bäume, denen die Wurzeln abgetrennt wurden, nicht überlebensfähig sind. Hinlänglich bekannt ist auch, dass Menschen, die das in ihnen tief verwurzelte animistisch-mystische Sein abspalten, verdorren. Bei diesem Tun, bei dieser Weise handelt es sich nicht um eine "Prä-Trans"-Verwechselung, sondern um die Reaktivierung des natürlichen Holons. Ganzheit, der Weg dahin, das Holotrope, geschieht nur durch das Umarmen, das Integrieren von abgespaltenen Anteilen. Also nicht Zurückkehren, sondern Verbinden.
Wie schon Ken Wilber schrieb: "Nähere Dich den Bildern, dem Wissen und den integralen Techniken des Schamanentums, aber lasse Dich nicht auf damals gültige Weltanschauungen (!) ein. Also gehe nicht zurück in archaische, magische, mystische Vergangenheiten, sondern integriere dieses tradierte Wissen in die (noch) rationale Weltanschauung, als „Werkzeug“, um einen Weg zu finden in die spirituelle Weltsicht."

Zeremonien sind genau diese Werkzeuge. Die Schwitzhütten-Zeremonie zum Beispiel, die von vielen Menschen als ein tief spirituelles, erdendes, Seelen-heilendes Erlebnis geschildert wird.
Visionssuchen, die besonders bei anstehenden Veränderungen, oder Übergängen und überhaupt zur Initiation, oder Anschluss an ein Größeres Ganzes ausgeführt werden.
Kleinere oder größere Zeremonien in einem Steinkreis, den sich die Teilnehmer sorgfältig legen, um damit ihren persönlichen zeremoniellen Raum zu kreieren, um einen Schutzraum zu erschaffen, in dem die Zeremonie stattfinden kann, in dem Wege zur Ganzheit beschritten werden, Veränderungs und Erwachensprozesse geschehen können.

Auf diese Weise werden auch Fragen geklärt. Die wichtige Frage nach dem nächsten Schritt, oder die Frage nach der Begeisterung im Leben. Die Frage nach der größten Angst oder der größten Freude. Die Frage nach der größten Behinderung oder der fettesten Egofalle ebenso wie die Frage nach dem hellsten und erwachtesten Teil in uns. . . Auch Fragen nach dem:
"Was soll ich tun", "wie kann ich handeln", können mithilfe von Zeremonien in der Verbundenheit mit der Natur, umgeben von Steinen, Pflanzen, Bäumen, berührt vom Wind, Wasser, beschienen von Mond, Sonne oder unter einem atemlos machenden Sternenhimmel beantwortet werden.

Es ist gerade die Einfachheit, die so tief berührt. Es ist das Erkennen von "Schönheit die uns umgibt", das tiefe Begreifen der Fülle und des Reichtums unseres Seins, was sich dann in unserem Alltag niederschlägt. Die Herzensöffnungen die geschehen, das Verstehen, das jenseits des allzeit plappernden Verstandes möglich ist. Es ist diese Tiefe, dieses Strahlen in den Augen der Menschen, die von einer Zeremonie wiederkommen.

Hinter allem steht: „Erkenne dich selbst“. Das ist, was bei sämtlichen Zeremonien mitschwingt. Ob es ein „Rock talk“ ist, eine Wasserzeremonie, der Kontakt mit Windgeistern oder gar ein Lebens-oder Sonnentanz, ein Feuertanz oder eben eine Zeremonie im Steinkreis, die gemacht wird um Urängste aufzuspüren und loszuwerden.

Obwohl Zeremonie und Ritual das selbe bedeuten, unterscheiden wir immer ein klein wenig. Das Wort Ritual ist durch die 68ger zu einem regelrechten Schimpfwort geworden, als die Ritualisierungen des Alltages aufgespürt und angeprangert wurden. Mit Ritualisierung wurden alle unbewussten, gewohnheitsmäßigen Handlungen bezeichnet. An dem Wort Ritual hängt für uns der semantische Hof von etwas vertrocknetem, erstarrten, immer in der gleichen Reihenfolge ablaufendem, standardisierten. Der Geruch von Vereinheitlichung der Verfahrensweisen hängt an diesem Wort. Aber. . . manchmal benutzen wirs auch. . .  

Nun könnte jemand sagen: "Das sind doch Zeremonien, die ihr von euren indianischen Lehrern gelernt habt. Ist da nicht bereits Erstarrung dort, wo ihr die Zeremonien nachstellt, gar immitiert?"
Diese Frage hat uns nie beschäftigt. Unsere indianischen Lehrer sagten von Anfang an:
" Nützt unser Wissen, nutzt die Zeremonialmedizin als Einstieg und Anleitung dazu, wie ihr eure eigenen Formen kreieren könnt und sucht damit nach euren eigenen Wurzeln."
Wie auch sonst? Wir sind Blassgesichter, Mitteleuropäer und stehen in keiner indianischen Traditionslinie. Die ist auf unserem Boden einfach nicht gewachsen. Auch wenn wir über 15 Jahre lang bei indianischen Medizinleuten gelernt haben. . .

Selbstverständlich könnte man gerade die Art, wie wir einen Steinkreis legen,  als "von Indianern abgeschaut" betrachten. Oder aber auch als ein großartiges Geschenk, wie die Medizinpfeife, das Medizinradwissen und die Schwitzhütten. Ein Geschenk, das wir ehren und achten und mit großem Respekt behandeln, weil es uns die Möglichkeit gegeben hat, grundlegende Veränderungsprozesse einzuleiten und aus dem für uns anfänglich brachliegenden spirituellen Brauchtum, aus den verstümmelten Hinweisen, aus den missbrauchten Formen Europäischer Tradition zu lernen, hinzuzufügen und zusammenzufügen um dann schließlich zu erkennen, dass wir hier in Europa auf einer Schatzkiste sitzen, die erst einen Spalt weit geöffnet ist.

Ja, es waren indianische Medizinleute, die uns erinnert haben. Die uns Hoffnung und Motivation gaben. Die uns ein erweitertes Verständnis schenkten, von Ökologie, von der Arbeit mit den Heiligen Elementen, mit den Formen des Selbst und vom Schamanismus. Sie waren es, die uns verständlich machten, wie wichtig die Arbeit der Selbstentwicklung ist, am Verstandes-Ego (an der Illusion) und dass schamanische zeremonielle Techniken zum Erwachen führen.

Es war aber auch ein "verrückter Russe" (Igor Balushin), ein Schamane, der mit dem Auftrag seiner sibirischen Lehrer quer durch Europa reiste um Kraftorte, Dolmen und Menhiere aufzuspüren, zu kartographieren und/oder gegebenenfalls wieder zu re-aktivieren! Das tat er mit Zeremonien.
Von ihm kamen ebenfalls wichtige Hinweise und Lehren, die wir verwenden können, Techniken und Herangehensweisen um ein europäisches Schamanentum wieder zu aktivieren. Dabei geht es, und das sind seine Worte, nicht um
кукольный театр (kukolnyi teater = Kasperletheater), sondern um tiefes, spirituelles Tun, das im Sein mündet und sich auf das Ganze, auf Natur, die Geisterwelt und das Menschliche Kollektiv auswirkt. Auch Igor gab uns Hinweise, wie eine Zeremonie ausgeführt werden kann und sollte, damit sie sich entfaltet, damit Raum geöffnet wird, damit sie wirken kann. Ebenso wie Großmutter Elena Clara Sanjes sprach er von der Verbindung mit Feldern und Bändern, wie zum Beispiel dem Akashafeld, dem morphischen Feld oder dem Wirth.

Zeremonien sind seit 25 Jahren Teil unseres Seins, Teil unseres Alltages geworden. Wir haben die klärenden und erweiternden Möglichkeiten der Zeremonien schätzen und lieben gelernt. Oft waren wir erstaunt, welch große Kraftvolle Räume wir damit öffnen konnten. Wie viel Heilung wir durch sie erfuhren, Stabilität und Weisheit. Das großartige Wissen möchten wir darum weitergeben. Auch unsere Lehrer forderten uns dazu auf und „das Leben“ selbst.

* Elena Klara Sanjes lebte in Mexiko. War eine gebürtige Mazatekin, lernte bei verschiedenen Nord und Südamerikanischen Lehrern und Naguals. Nach eigenen Angaben war sie auch Lehrling bei Don Juan Mathus und kannte Carlos Castaneda. Sie selbst bezeichnete sich als Toltekin, bzw. als toltekische Lehrerin.
 

 

 

Unter Männern

Kurioses hab ich schon erlebt, in verschiedenen Männerkreisen. Einige nannten sich Männergruppe, andere Zirkel des Feuers, doch statt Feuer zu sein, die Glut anzufachen, blieben sie in der Asche, vermehrten Asche und hielten Asche fest, aus Angst Feuer zu sein.
Auch erlebte ich, wie einem das Streichholz ausgeblasen wurde, mit dem er das Feuer anzünden wollte, während die anderen schwitzend Hölzchen rieben, bis die Hände schwielig wurden – und dabei in den Gedankengebäuden verharrten, "nur so sei echtes Feuer möglich".

Da gab es die, die nie zu reden aufhörten. Fasziniert von eigenen Schachtelsätzen, Wortgestrüppen und sinnentleerten Phrasen.
Da gab es welche, die  die anderen stets unterbrachen, sich an einzelnen Wörtern aufhängten. Diese In Frage stellten. Aussagen bezweifelten, schon nach einem halben Satz, ehe die Aussage gemacht wurde. Ermüdende Diskussionen anstrebten. Nicht zuhören konnten. Andere Männer klein machen mussten und so lange auf anderen herumhackten bis sie "blutend am Boden " lagen.

Und es gab die Besserwisser, Bosse,  Gurus, Therapeuten, Priester; Verbreiter von pseudoreligiösem Schwulst. Da gab es die Angst vor Gefühlen habenden. Die, die die Gefühle der anderen nicht respektierten … sich in Übergriffen suhlende Ignoranten, hinterrücks schlechtredende, Mobber, Verräter, Denunzianten, schmerzverlliebte Ideologen, Bau-Rülpse, Frauenhasser, Lebensverneiner. Es gab die Levitenleser, Sektengründer, Scharfmacher und Militarytypen.

Männer, die ständig Bley zitierten, aus Eisenhans ein Eismeer machten und dann voll Genuss andere runtermachten, abwatschten und hinterher zufrieden grinsend sich zurücklehnten. Wichser, Wortverdreher, arogante Interpretierer, Werter, Verurteiler, Schuld zuweiser. Und die, mit der Attitüde: "Ich habs kapiert ! Du nicht !"
Auch traf ich die, die verliebt in das Konzept der Konzeptlosigkeit waren –  und darum in sich selbst verliebt, eifrig jedes Wort abschnitten, mit dem Totschlagargument: "Das ist jetzt nur ein Konzept".

Es gab auch die Stillen. Die oft nervös wurden. Die manchmal einfach gingen, weil es ihnen zu lebensfeindlich wurde. Die, die sich der Rolle von Projektionen bewusst waren und sich deshalb lange Gedanken machten. Lange meditierten. Gründe der Situationen auch bei sich selbst suchten. Spüren wollten und nach der Liebe fragten.

Macht dann Männerarbeit noch Sinn?
Ja. Eben deshalb.
Wenn wir das Maß finden, des Hörens und des Sprechens.
Wenn wir Berühren und Berührt werden wieder zulassen.
Wenn wir Konzepte einfach als das sehen, was sie sind: Hilfskonstruktionen der Erkenntnis.
Wenn wir das Werten, Urteilen, Verurteilen aufgeben.
Wenn wir Konkurenz durchschauen und die dahinter stehende Konditionierung erkennen.
Wenn wir Meinungen stehen lassen können, ohne gleich kämpfen zu müssen – weil wir uns damit über andere stellen wollen, dass wir die "bessere Meinung" haben.
Wenn wir miteinander und nicht gegeneinander sind.
Wenn wir ein "entweder oder" zu einem "sowohl als auch" transformieren.
Dann ist das möglich. Dann brennt das Feuer wieder. Es entflammt dann wie von selbst.

wmb 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schamanentum in heutiger Zeit

Ehrlich gesagt bin ich ein wenig froh, dass der Schamanen–Boom mit seiner fiebrigen Boomeritis abgeflaut ist, dass die vielen Möchtegern–Schamanen, die Träger des hehren Titels, jene, die sich damit über andere stellen wollten, erkannt haben, dass das, womit sie sich schmücken wollten, ein oft schwerer, verantwortungsvoller Job ist. Oft  nämlich der, zu dienen.

Dienen mit aller Lust, allem Spaß, aller Begeisterung die schamanische Arbeit mit sich bringt.
Auch hat sich herumgesprochen, dass es im Schamanentum darum geht, Masken abzusetzen und nicht darum, sie fest zu schweißen und es müsste sich ebenso herumgesprochen haben, dass man diesen Job mit einem aufgeplusterten narzisstischen Ego einfach nicht gut erledigen kann.

Was ist nun mit den vielen Leuten, die Sehnsucht nach der Schamanischen Welt, dem schamanischen Universum haben ?
Was ist mit denen, die den Weg Des Offenen Herzens, den Weg der Selbst – Entfaltung, gehen wollen ? Die ihre verborgenen Fähigkeiten erwecken wollen ? Was ist mit denen, die die vielen unübertroffenen Heilungstechniken, die vielen Formate, die vielen Selbstheilunglösungen lernen wollen?

Ich sage: Herzlich Willkommen. Diese Menschen können auf dem schamanischen Weg durch seine Unmittelbarkeit und Einfachheit sehr viel über sich selbst, über andere und über die Welten in denen wir alle leben, herausfinden, was im Verlauf des weiteren Lebens sehr wertvoll ist und eine Grundvoraussetzung für alle Menschen ist, die in sich den Wunsch verspühren, als Heiler/in zu arbeiten.  

Meine Indianischen Lehrer, angefangen von Hyemeyohsts Storm über Swift Deer bis hin zu Großmutter Clara betonten die einfache Weisheit: Die Heiligen Elemente sind durcheinander gekommen und es ist die Aufgabe aller Menschen, die Ordnung wieder herzustellen. Es ist die Aufgabe, die Heiligen Elemente in uns selbst und dadurch auf der ganzen Welt zu balancieren.
Anmerken möchte ich dazu, dass man Bewusstsein als Ordnungsprinzip auffassen kann.

Das Balancieren der Elemente in uns ist sozusagen der erste Schritt. Die Elemente wirken in Emotionen, im Körper, im Denken, in unserer Spiritualität und in der Sexualität. Sie wirken als Seelenbilder, als Imaginationen, als Formgeber, als Gefühle, als Wertgestalten,  Geistige Wesenheiten , Symbolen, Träumen, Regeln,  Gedankenformen, Energiepotentiale und Rhythmen in uns.
Das Ausbalancieren der Elemente ist unumgänglich um uns selbst und die Welt in der wir leben zu heilen.

Der zweite, wichtige Schritt, der über schamanische Zeremonialmedizin gut zu gehen ist, ist schlicht und einfach Selbsterkenntnis. Jetzt werden viele sagen: „ Boa, Selbsterkenntnis ist doch ein alter Hutg oder „ Ich hab doch schon in den letzten Jahren haufenweise an Selbsterfahrungskursen teilgenommen. . ."  Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung. Du kannst dich noch so oft selbst erfahren – wenn du nicht in der Lage bist, etwas zu ändern, bleibt alles beim Alten.  Dieser alte Hut: Selbsterkenntnis ist heute so aktuell wie nie zuvor.  In Zeiten von Desorientierung, in Zeiten massenmedialer Manipulation, in diesen ultrahochbescheunigten Turbozeiten werden viele Menschen zu schlafenden Robotern, zu gefrorenen Masken ihrer selbst. Dort wo Intuition, Gefühle, Seele, Bewusstsein zu bloßen Chemismen, und bioelektrischen Abläufen reduziert und damit zementiert werden, bleibt der Geist auf der Strecke und die Seele verdorrt. Was dabei rauskommt lesen wir täglich als Schlagzeile oder sehen es in den Nachrichten um es dann ganz schnell wieder zu vergessen.

Selbsterkenntnis, die zur Selbst – Entfaltung führt, ist deshalb so wichtig, weil wir andere Menschen, andere Seins – Weisen, und die Welten in denen wir leben nicht verstehen können, wenn wir uns selbst nicht kennen. Das ist das gleiche Prinzip, das besagt: Wenn du geliebt werden willst, wenn du lieben willst, dann beginne dich selbst zu lieben.

Die Elemente, Feuer, Erde, Wasser, Luft, die Tierwelt, die Pflanzenwelt, die Ahnen sind wichtige Lehrer und Wissensquellen für uns Menschen. Sie sind Spiegel unserer Seelen. Darum arbeiten wir mit der Natur, in Wäldern, auf Wiesen, an Seen, auf Berggipfeln und manchmal auch in Stadtparks oder auf Brachen, an der Spree oder einsamen Kanalufern. Meist fahren wir aus Berlin raus und Dank dem Großen Geist, ist Berlin von tiefen Wäldern umgeben.  Die Natur lehrt uns, wieder in Kontakt zu kommen. In erster Linie in Kontakt mit uns selbst. Dann in Kontakt mit allem was uns umgibt – mit allem was ist.

Mit ein wenig Übung können sich Gipfelerfahrungen einstellen. Sogenannte Unio Mystica. Aber es geht nicht um Gipfelerfahrungen. Sie sind Randerscheinungen, diese Erlebnisse sind Randerscheinungen, die in der Lage sind, Türen zu öffnen oder eine Ahnung davon bieten, wo es noch hin gehen könnte, wenn wir reif werden, wenn wir im spirituellem Sinn erwachsen werden.

Ein dritter wichtiger Schritt sind Visionssuchen und Initiationen. Visionssuchen werden oft als Licht am Ende des Tunnels erfahren. Sie können Auskunft über Lebens – Ziele und Lebens – Inhalte geben, oder über den nächsten wichtigen Schritt, der zu gehen ist. Manchmal werden bei Visionssuchen auch Verhaltensweisen und Gewohnheiten aufgespürt, die unterlassen werden sollten.
Initiation wird oft als etwas verstanden, wo man in eine Gruppe, Gruppierung, eine Gesellschaft aufgenommen wird. Man kann aber auch in Wissen, eine Kraft oder eine Energieform initiiert  werden. Initiation kann aber auch Loslösung von etwas bedeuten. Rausschmiss aus selbstschädigenden Mustern, zerstörerischen Lebensumständen.

Der vierte wichtige Schritt ist, dass wir uns davon befreien, was die alten Inder Anhaftung genannt haben. Dieses Wort ist heut in aller Munde, aber wer versteht schon richtig, was mit Anhaftung gemeint ist ? Glücklicherweise gibt es Medizinräder in denen sehr differenziert und präzise beschrieben ist, wohin zu fühlen, zu hören, zu schauen, zu forschen ist, um Anhaftungen in sich selbst zu finden – und wie Anhaftungen entweder aufzulösen oder (je nach Art d.Anhaftung) als Kraft zu transformieren sind, so dass ein klarer Fluss von Energie entsteht.  

Das sind die ersten wichtigen Schritte auf dem Weg Des Offenen Herzens. Das heißt aber noch nicht, dass die Menschen, die diesen Weg gegangen sind, gleich Schamanen sind.
Zur Zeit fühlen sich viele berufen, einen schamanischen Weg zu gehen, weil das Erwecken schamanisches Wissen, das Verbinden mit dem schamanischen Urfeld, wichtig für die kommenden Veränderungen unserer Welt und von Großmutter Erde ist. Es ist eine große Sehnsucht vorhanden, nach Wegen, die unmittelbare Erfahrungen bieten und gleichzeitig gut funktionierende Lebens – und – Überlebensstrategien bereithalten.

Auch findet sich viel schamanisches Wissen in den Menschen – in allen Menschen – und manche erinnern sich daran und suchen nach einem Bezugssystem, einer Lehre, einem Weg um dieses oft chaotische Erinnern einordnen zu können. Lebbar machen zu können.

Einige wenige, die diese ersten Schritte gegangen sind, laut Meinung von Großmutter Clara, einer/ eine unter tausend, wird dann ausgewählt. . .noch viel seltener fühlt er/sie in sich die Aufforderung, den Zug, die Berufung in sich, und wird Schamane oder  Schamanin. Also Obacht. Das Ego kennt viele Tricks um sich ins rechte Licht zu rücken. Darum sollte man sich vor allen hüten, die mit dem Versprechen „Ich mache dich zum Schamanen" oder „Bei mir kannst du Schamane werden" hausieren. Da gibt es ja tatsächlich so Ulknudeln, die das sogar mit Zertifikat anbieten ! Das beruht auf nichts anderem als auf gewöhnlichem Imperialismus.

MB  11.5.2011

 

Quantenfeld und Göttliche Matrix

Quantenfeld und Göttliche Matrix

Die Göttliche Matrix, das Feld, das Bewusstseinsfeld mit dem wir alle verbunden sind, mit Forschungen der Quantenphysik vergleichen zu wollen, gleicht dem Versuch, Gedichte begreifen zu wollen, indem wir sehen, dass es viele 'E's darinnen gibt, die je nach Gedanke und Gefühl anders ausgesprochen werden, mal länger, mal kürzer, mal höher, mal tiefer. . .


Auch wenn es nachgewiesen ist, dass wir Photonen-Quantenteilchen mit unseren Gefühlen, Erwartungen, Sehnsüchten, Hoffnungen und so weiter beeinflussen können, so sind Quantenteilchen als Ganze und Teile von Ganzen nur ein Aspekt, nämlich der sichtbare, messbare, beobachtbare Aspekt der Göttlichen Matrix. Die Behauptung, dass das Quantenfeld die Göttliche Matrix sei, ist irreführend und materialistisch.

So vorzugehen ist wieder einmal die Ursache mit der Wirkung zu verwechseln. Als würden wir sagen, dass ein Auto vom Motorengeräusch angetrieben würde. Quantenteilchen liegen aus derzeitiger Erkenntnis allem zugrunde. Sie sind Teile von Atomen, aus denen Moleküle entstehen, aus denen Zellen entstehen, aus denen Organe entstehen und so weiter. Selbstverständlich geschieht es auf dieser Ebene Heilung, wenn wir auf dieser Ebene mit Gefühlen, Gedanken, Homöopathie und vielem mehr »eingreifen«.

Sicher werden wir Wirkungen beobachten können. Die Göttliche Matrix aber, ist umfassender und ganzheitlicher. Sie verbindet alles miteinander. Die Göttliche Matrix ist höher, größer als wir. Sie ist universell. Die Quantenteilchen reagieren auf die Matrix und zeigen es den Beobachtern. Das ist wunderbar und bringt das rationale Denken zur Transzendenz. Im Quantenfeld erkennt man das Wirken des Göttlichen Bewusstseins – aber nicht das Göttliche Bewusstsein selbst.

 

Selbstentwicklung oder Selbstoptimierung?

Alles dreht sich schneller und schneller. Aber dreht es sich wirklich ? Oder wird es einfach nur mit technokratischer Gewalt geschoben und in lineare Verläufe gepresst?

Der Ausdruck für das, was viele zu leben gezwungen sind, nenn ich „ ultrahochbeschleunigten Turbokapitalismus“ und mein inneres Bild ist das einer jaulenden, sich wahnsinnig schnell um die eigene Achse drehenden Turbine, die bereits glühend heiß gelaufen ist und ein riesiges Heer von (Sklaven)Arbeitern, das einzig und allein damit beschäftigt ist, dieses gigantische Turbinenmonstrum vor der Enthropie zu bewahren – vor dem Auseinanderbersten.

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